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Die beste medikamentöse Versorgung bei Sportverletzungen liefern Schmerzpflaster. Tabletten haben oft unerwünschte, negative Nebenwirkungen.

Medikamentöse Versorgung

Sportverletzungen werden in aller Regel nicht nur physikalisch mit dem PECH-Schema behandelt, sondern zusätzlich medikamentös versorgt.

Reine Schmerzmittel wie Paracetamol können angewendet werden, ihre Wirkung ist jedoch auf die Hemmung der Schmerzwahrnehmung im Zentralnervensystem (ZNS) beschränkt. Eine lokale Wirkung auf die Entzündung im Akutstadium der Sportverletzung und somit ein positiver Einfluss auf den Heilungsverlauf der lokalen Sportverletzung sind nicht gegeben. Die zentrale Schmerzhemmung hilft jedoch, die Schmerzen besser zu ertragen.

Nicht steroidale Entzündungshemmer

Nicht steroidale Entzündungshemmer (oder auch: nicht steroidale Antirheumatika, NSAR) werden grundsätzlich als orale oder lokal applizierbare Medikamente angeboten.

Orale NSAR

Bei der oralen Gabe eines NSAR ist zu berücksichtigen, dass das Medikament, bevor es im schmerzenden und entzündeten Gewebe wirken kann, zuerst im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und über die Blutbahn verteilt werden muss. Dafür braucht es Zeit, sodass die Wirkung erst nach mehreren Stunden nach der oralen Einnahme eintritt. Orale NSAR haben zudem blutverdünnende Eigenschaften, sodass im Akutstadium die Tendenz, Ödeme und Blutergüsse zu bilden, steigt. Aus diesem Grund und wegen der bekannten Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt sollten orale NSAR in der akuten Phase von Sportverletzungen gemieden werden.

Lokale NSAR - gut verträglich

Bei der Applikation von lokalen NSAR in Form von Gel, Cremes oder Pflastern treten normalerweise keine schweren Nebenwirkungen auf, weil die Blutkonzentrationen der topisch applizierten NSAR im Schnitt 100 Mal tiefer sind, als wenn sie oral eingenommen werden. Topische NSAR können also auch unmittelbar im Akutstadium auf die schmerzende Stelle aufgetragen werden – auch zusammen mit der Eiskühlung und dem Anlegen eines Verbands. Während sich dieser Vorgang mit einem Pflastern bestimmt leichter bewerkstelligen lässt, bedarf es bei der Applikation von Gelen oder Cremes etwas mehr Fingerfertigkeit. Die Applikation eines lokalen NSAR (Gel oder Pflaster) unter einem elastischen Verband hat zur Folge, dass durch die größere Hitzespeicherung unter dem Verband und die folgende Blutgefäßerweiterung vermehrt Wirkstoffe in das verletzte Gewebe eindringen. Die sofortige Applikation eines lokalen NSAR steht ganz im Interesse einer Entzündungshemmung.

Lokale NSAR und PECH-Schema: synergetische Wirkung gegen die Entzündung

Lokal applizierte NSAR wirken nur am Applikationsort und verhindern die Freisetzung von zusätzlichen entzündungstreibenden Substanzen (Prostaglandine) im verletzten Gewebe.

Damit wird schon im Akutstadium – zusammen mit dem R.I.C.E-Schema – das Entzündungsgeschehen wirksam eingedämmt. Auch der Heilungsprozess wird so günstig beeinflusst. Nach dem Akutstadium ist es empfehlenswert, mit einer lokalen NSAR-Therapie fortzufahren, solange Schmerzen und Entzündungszeichen sichtbar und spürbar sind. Bei leichteren Verletzungen wie bei einer Verstauchung kann das fünf bis sieben Tagen dauern, bei schlimmeren Fällen – beispielsweise bei einem Tennisarm – auch mal 14 Tage. Falls sich nach einer einwöchigen Behandlung der Zustand der Verletzung nicht sichtbar verbessert, ist ein Arztbesuch sinnvoll.