Header Image

Arthrose und Entzündung

Arthrose und Entzündung

Für den Patienten verheerend ist, dass der Abnutzungsprozess im Knorpel nicht wahrgenommen wird, weil der Knorpel über keine sensiblen Nervenfasern verfügt. Der Abnutzungsprozess im Knorpel ruft eine lokale Entzündungsreaktion im Gewebe hervor. Diese Entzündungsreaktion ist Teil des Reparaturprozesses im Knorpel. Solange dieser Entzündungs- und Reparaturprozess auf das Knorpelgewebe limitiert ist, verspürt der Patient auch keine Schmerzen. Erst wenn Entzündungsprozesse in anderen Weichteilgeweben um das Gelenk entstehen, wird der Patient Schmerzen verspüren, da diese Gewebe mit sensiblen Nerven versehen sind.

Wie es im Verlauf einer Arthrose zu diesen Entzündungen in den Weichteilgeweben kommt, ist nicht restlos geklärt. Man nimmt aber an, dass Entzündungsmediatoren, welche im Knorpel im Verlauf der Reparaturprozesse freigegeben werden, andere Gewebe in Mitleidenschaft ziehen und dort dann Entzündungen auslösen.

Weichteile sind bei Arthrose entzündet

Typischerweise finden sich bei der Arthrose entzündete Weichteilgewebe im und um das Gelenk: Die Gelenkkapsel, Sehnen und Muskeln, Bänder aber auch der Knochen und die Knochenhaut sind von diesen Entzündungsprozessen betroffen. Diese Weichteilgewebe sind sehr gut durchblutet und mit Nerven versehen.. Letzteres ist schlussendlich für die Schmerzwahrnehmung bei der Arthrose wichtig, da die entzündeten Weichteilgewebe meistens die Ursache für die Schmerzen bei Arthrosepatienten sind. Bedingt durch die Lage der entzündeten Gewebe schmerzt Arthrose deshalb nicht tief im Gelenk, sondern meistens eher oberflächlich, da Bänder, Muskeln, Sehnen und vor allem die Gelenkkapsel direkt unter der Haut liegen. Diese Kenntnis der Tatsachen bei Arthroseschmerzen ist nicht nur wichtig für das Verständnis der Krankheit, sondern auch entscheidend für die Wahl der Therapie. Nicht immer ist es notwendig, bei Arthroseschmerzen Schmerzmittel zu schlucken, die darüber hinaus auch noch schwere Nebenwirkungen hervorrufen oder mit anderen Medikamenten interagieren können. Patienten, welche bereits mehrere Medikamente oral einnehmen, müssen besonders darauf achten, welche Therapie sie zur Bekämpfung der Arthroseschmerzen wählen.